Wie Hunde wirklich kommunizieren
Zu aller erst möchte ich den Mythos aus dem Weg räumen, dass Hunde - beinahe - nur durch das Bellen kommunizieren können. Hunde haben nämlich deutlich mehr Möglichkeiten, ihre Gefühle und Wahrnehmungen auszudrücken. Unter anderem:- gegenseitiges beschnuppern
- Kopfbewegungen
- Schwanzwedeln
Zwei einfache Methoden, um das Bellen in den Griff zu bekommen
Im folgenden möchte ich dir zwei Methoden zeigen, die einfach anzuwenden sind und in der Regel sehr effektiv sind. Die Effektivität hängt jedoch von folgendem ab: wie lange ist dein Hund schon daran gewöhnt zu bellen, wenn er einen anderen Hund sieht? Denn Hunde sind - ähnlich wie wir Menschen - Gewohnheitstiere. Prägen sie sich einmal eine Sache stark ein, ist es schwer, diese wieder abzugewöhnen. Deshalb solltest du so früh wie möglich damit beginnen, deinen Hund vernünftig zu trainieren. Die zwei Methoden sind folgende:- Die Leckerli-Taktik
- Der Richtungswechsel
Die Leckerli-Taktik
Bei dieser Taktik wird dem Hund verständlich gemacht, dass die Situation in der er sich befindet, vollkommen in Ordnung ist und er sich wohlfühlen kann. Um das zu erreichen musst du beim Spazieren gehen die Lieblings-Leckerlis deines Vierbeiners dabei haben. Denn sobald sich ein anderer Hund nähert und Ihr Hund die ersten Anzeichen macht, dass er anfangen möchte zu bellen, rückst du die Leckerlis. Noch bevor er anfängt gibst du ihm ein Leckerli, kniest dich zu ihm und beruhigst ihn. Das machst du so lange, bis der andere Hund mit seinem Herrchen vorbeigegangen ist. Beachte dabei, dass auch du dich in dieser Situation gelassen fühlen musst und selbstverständlich dem anderen Herrchen Hallo sagen kannst - nur so sieht ihr Hund, dass die Situation vollkommen normal ist. Ebenfalls ist es wichtig darauf zu achten, den Hund nicht zu loben, wenn der andere Hund aus dem Blickfeld verschwunden ist: denn in diesem Fall würde dein Hund davon ausgehen, dass es gut ist, keinen anderen Hund in der Nähe zu haben und ihr die Situation aus Glück überstanden habt.Weshalb diese Methode so gut ist
Diese Methode hat drei Eigenschaften, welche sie extrem erfolgreich macht:- Das Kauen beruhigt deinen Hund
- Die Leckerlis lenken ihn ab
- Das Sehen eines anderen Hundes verbindet er fortan mit etwas schönem (Leckerlis)
Der Richtungswechsel
Bei der Methode des Richtungswechsels übt man die Situation "Konfrontation mit einem anderen Hund" wieder und wieder, bis der Hund merkt, dass es eine angenehme Situation ist. Hierfür ist es wichtig, dass du einen Bekannten hast, den dein Hund noch nicht kennt - dieser jedoch ebenfalls einen Hund hat. Dein Bekannter und der Hund deines Bekannten sollten hierbei viel Ausdauer haben. Der Ablauf dieser Methode ist jedoch sehr simpel und effektiv, allerdings deutlich aufwändiger als die Leckerli-Taktik:- Schicke deinen Bekannten mit seinem Hund an einen Ort, den dein Hund kennt. Vorzugsweise eine Station auf dem üblichen Spazierweg.
- Nun gehst du mit deinem Hund spazieren und verhältst dich ganz normal.
Wie diese Methode optimiert werden kann
Optimaler weise findest du heraus, weshalb dein Hund bellt. Das kann bspw. folgende Gründe haben:- Aggression
- Beschützerinstinkt
- Angst
Viele Herangehensweisen um das Bellen abzugewöhnen
Wie du hier siehst, sind bereits diese zwei Methoden komplett unterschiedlich. Es sind komplett andere Herangehensweisen, die jedoch beide funktionieren - man muss jedoch herausfinden, welche der beiden für den eigenen Hund besser ist.Häufige Fragen
Warum bellt mein Hund andere Hunde an?
Bellen folgt oft dann, wenn sich ein Hund unsicher fühlt und denkt, dass er einer Bedrohung ausgesetzt ist. Es sollte als Warnung dienen, wenn für den Hund etwas nicht in Ordnung wirkt.
Kommunizieren Hunde nur durch Bellen?
Nein, Hunde haben deutlich mehr Möglichkeiten, ihre Gefühle und Wahrnehmungen auszudrücken. Dazu gehören zum Beispiel gegenseitiges Beschnuppern, Kopfbewegungen und Schwanzwedeln.
Wann gebe ich bei der Leckerli-Taktik die Belohnung?
Du gibst das Leckerli, sobald sich ein anderer Hund nähert und dein Hund die ersten Anzeichen zeigt, dass er bellen möchte. Belohnt wird während der Situation, nicht erst danach.
Wovon hängt es ab, wie gut die Methoden wirken?
Wichtig ist, wie lange dein Hund schon daran gewöhnt ist zu bellen, wenn er einen anderen Hund sieht. Hunde sind Gewohnheitstiere, deshalb sollte man so früh wie möglich mit dem Training beginnen.